Dienstag, 24. November 2009

Happy Thanksgiving!

Hallo!
Ich hoere auf, mir vorzunehmen, dass ich oefter schreibe, weil ich es ja doch nicht schaffe. Tut mir leid, dass mein Blog so langsam waechst.
Heute ist mein letzter Schultag fuer diese Woche, weil Donnerstag Thanksgiving ist. Dafuer haben die Amis 3 tage frei! Super, denn hier gibt es ja keine Herbstferien :-(
Also, was ist so passiert?
Ich hatte eine Wurzelbehandlung. Eigentlich eine seeehr schemrzhafte Angelegenheit, aber der Zahnarzt hier hat mich so betaubt, dass meine linke Gesichtshaelfte praktisch tot war. Ich lag dann also 2 Stunden in dem Stuhl und musste mir Weihnachtsmusik anhoeren (Mitte November!!); Ich hatte so eine Art 'Kissen" in meinem Mund, damit ich den nicht schliessen konnte und dann bin ich ab und zu etwas eingenickt :-D. Danach war ich erstmal mit Ron bei Mc Donalds. (Fuer alle, die sich fragen, wie man einer gelaehmten linken gesichtshaelfte einen Burger isst..naja sagen wir, Ron hatte Spass mir beim Essen zuzusehen...) Auf jeden Fall geht es meinem Zahn jetzt besser. Also der Zahn ist nun ziemlich leblos, aber mir geht's jetzt besser.
Ausserdem bin ich jetzt im Schul-Bowlingteam! Jaha, ich weiss, nach Golf jetzt die naechste Leistungssportart :-D. ist aber eigentlich ziemlich cool :-) Ich bin zwar so ziemlich die
Schlechteste, ABER ich habe meine Punkte von anfaenglichen 73 zu 121 verbessert!

Wie gesagt, Donnerstag ist Thanksgiving. Deswegen fahren wir morgen zu dem Vater von meiner Gastmutter. Dann kochen wir die ganze Zeit und am Samstag gibt es dann das grosse Thanksgiving Dinner mit 30 (!) Leuten. Wir haben die Feuerwehrhalle gemietet, damit wir alle in einen Raum passen. Am Freitag nach Thanksgiving ist "Black Friday". An dem Tag gibt es (meistens auf elektronische Geraete) die groessten Rabatte im ganzen Jahr. Die Geschaefte machen dann alle um 5 Uhr morgens auf. Ich kann das leider nicht nutzen, weil wir ja bei Vivians Vater sind und der lebt in Elmira, ein Kaff mit vielleicht 200 Einwohnern?

In Decisions hatten wir jetzt ein langes Projekt: "Career Prepration". Das geht von Bewerbungen ausfuellen, ueber Lebenslauf schreiben, bis zu Jobs suchen. Fuer 6 Projekte gibt es ingesamt 90 Punkte (das ist viel!). Und mein vereherter Herr Lehrer, Mr. Dyke, hat mir heute 30 Punket verweigert, weil ich in einem Dokument "with" anstatt "of" benutzt und auf einem anderen Blatt "b" und "p" verwechselt habe. Hallooooo? Ich versuche nach der Stunde nochmal mit ihm zu reden.
Ich sitzte gerade in meiner 4. Stunde: Senior Study Hour. In der ich scheinbar wahrend der Schulzeit einfach mal gar nichts machen muss. Ich mein, in den amerikanischen Unterrichtsstunden muss man eigentlich eh nie etwas machen. Ich habe kein Fach mit einer muendlichen Bewertung. Es geht immer darum, welche Blaetter du abgibst und wie du die Tests schreibst.
Nach der Stunde habe ich Theater. Das macht total Spass, weil wir in letzter Zeit viel mit Schauspielerei (und weniger Theorie!) machen. In Computer Creations muessen wir mit Hilfe von Adobe Photoshop zwei Gegensaetze auf ein Bild bringen. Dann gibt es noch Team Sports. In jeder Stunde hoeren wir Musik - die knallharten Beats von den Pussycat Dolls oder auch Rihanna. Und das in einer Klasse mit mehr als 25 maennlichen Teilnehmern... Nach Football, Lacrosse, Speedball, Frisbee, Hockey, Fussball und Basketball fangen wir naechste Woche mit Volleyball und Wasserpolo (ja, wir haben einen School-Pool) unsere letzten beiden Sportarten an.
Ach und am 11. November waren wir einen College in der Naehe (Grand Valle State University). Es war der "International Student Day" und 150 Austauschschueler aus ganz West Michigan waren da! Darunter auch ungefaehr 10 Deutsche! Wir haben dann eine Campus-Tour gemacht und mehr ueber das amerikanische Schulsystem gelernt.
So, ich glaube das war es erstmal wieder.
Bis bald!

Sonntag, 8. November 2009

anders?

Ich werde oft gefragt, ob es hier anders als in Deutschland ist. Die Frage kann ich nur lauthals bejahen. Bevor ich nach Amerika gekommen bin, habe ich mir natürlich ausgemalt, dass das Leben hier anders sein wird. Aber ich wusste nicht wie anders...
Es ist einfach ALLES anders. Ich dachte, dass sowohl Amerikaner, als auch Europäer zu der Lebensgruppe 'zivilisierte Menschen' gehören und daher identische Lebenseinstellungen haben, aber mittlerweile bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher.
Ich hab den leisen Verdacht, dass Amerikaner denken, dass sie etwas Besseres sind. Ich saß letzte Woche mit Vivian und einer Freundin von mir im Auto und Vivian meinte dann, dass es doch ziemlich interessant ist, mal einen Austauschschüler kennen zu lernen; weil man dann erfährt, dass doch nicht jeder Mensch Amerikaner sein möchte. Ich war etwas irritiert, denn ich kenne jetzt nicht so viele Menschen, die unbedingt zu dem wohl faulsten und dicksten Land (pardon!) gehören möchten.
Amerikaner denken, dass sie was Besonderes sind; daher haben sie auch einfach mal alle Einheiten geändert. Hier gibt es keine Liter, Meter, Celsius, km/h, … folglich ist es immer etwas schwer zu sagen, wie groß ich bin, wie kalt es ist, wie viel Wasser in einer Flache ist, wie weit es von A nach B ist, was die Geschwindigkeits--Begrenzung auf deutschen Autobahnen ist und und und. Die Amis sind sich aber durchaus bewusst, dass dieses System nur für ein einziges Land gilt; während die anderen Einheiten so ziemlich weltweit sind. Auf den meisten Flaschen steht zum Glück drauf, dass beispielsweise 14,5 OZ 411 ml entsprechen...Naja. Ich persönlich denke, dass man sich einem weltweiten Standard eventuell anpassen sollte.
Etwas anderes, was einfach nicht in meinen Kopf reingeht, ist der Klimawandel. In Deutschland wird da so ein Hype darum gemacht, dass man mehr Fahrrad fahren soll und Pfandflaschen recyceln soll, etc.. Und hier? Jeder Familienhaushalt hat mindestens zwei Autos (durchschnittlich hat eigentlich jedes Kind ein eigenes Auto) und ein Lehrer an meiner Schule hat – ungelogen – 13 Autos! Pfandflaschen werden hier teilweise recycelt (kommt auf den Staat an), aber Klimawandel ist hier nicht so das Thema. Ich frage mich, ob Amerikaner das nicht realisieren, dass Autos keine langfristige Lösung sind. Schon bald wird Sprit so teuer sein, dass sich das niemand mehr leisten kann und dann gibt es hier ein riesiges Problem. Ein sicheres (oder überhaupt existierendes) Bus- oder Bahnnetz gibt es nicht und Laufen kommt auch nicht wirklich in Frage. Na zum Glück gibt es ja noch Fernseher zur Unterhaltung, wenn keiner mehr das Haus verlassen kann.
Was noch total anders ist, ist das Schulsystem. Die weiterführende Schule nach der Grundschule ist die „Junior High“ (5.-8. Klasse) und darauf folgt „Senior High“ (9.-12.). Man hat aber nicht nur Kurse mit Leuten aus der eigenen Stufe sondern mit der ganzen Schule. Das finde ich eigentlich ziemlich gut, da man so viel mehr Leute kennen lernt.
Ich kann heute nicht so viel schreiben, da neue Visums-Probleme aufgekommen sind und die gehen leider vor.
Bis bald!