Sonntag, 8. November 2009

anders?

Ich werde oft gefragt, ob es hier anders als in Deutschland ist. Die Frage kann ich nur lauthals bejahen. Bevor ich nach Amerika gekommen bin, habe ich mir natürlich ausgemalt, dass das Leben hier anders sein wird. Aber ich wusste nicht wie anders...
Es ist einfach ALLES anders. Ich dachte, dass sowohl Amerikaner, als auch Europäer zu der Lebensgruppe 'zivilisierte Menschen' gehören und daher identische Lebenseinstellungen haben, aber mittlerweile bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher.
Ich hab den leisen Verdacht, dass Amerikaner denken, dass sie etwas Besseres sind. Ich saß letzte Woche mit Vivian und einer Freundin von mir im Auto und Vivian meinte dann, dass es doch ziemlich interessant ist, mal einen Austauschschüler kennen zu lernen; weil man dann erfährt, dass doch nicht jeder Mensch Amerikaner sein möchte. Ich war etwas irritiert, denn ich kenne jetzt nicht so viele Menschen, die unbedingt zu dem wohl faulsten und dicksten Land (pardon!) gehören möchten.
Amerikaner denken, dass sie was Besonderes sind; daher haben sie auch einfach mal alle Einheiten geändert. Hier gibt es keine Liter, Meter, Celsius, km/h, … folglich ist es immer etwas schwer zu sagen, wie groß ich bin, wie kalt es ist, wie viel Wasser in einer Flache ist, wie weit es von A nach B ist, was die Geschwindigkeits--Begrenzung auf deutschen Autobahnen ist und und und. Die Amis sind sich aber durchaus bewusst, dass dieses System nur für ein einziges Land gilt; während die anderen Einheiten so ziemlich weltweit sind. Auf den meisten Flaschen steht zum Glück drauf, dass beispielsweise 14,5 OZ 411 ml entsprechen...Naja. Ich persönlich denke, dass man sich einem weltweiten Standard eventuell anpassen sollte.
Etwas anderes, was einfach nicht in meinen Kopf reingeht, ist der Klimawandel. In Deutschland wird da so ein Hype darum gemacht, dass man mehr Fahrrad fahren soll und Pfandflaschen recyceln soll, etc.. Und hier? Jeder Familienhaushalt hat mindestens zwei Autos (durchschnittlich hat eigentlich jedes Kind ein eigenes Auto) und ein Lehrer an meiner Schule hat – ungelogen – 13 Autos! Pfandflaschen werden hier teilweise recycelt (kommt auf den Staat an), aber Klimawandel ist hier nicht so das Thema. Ich frage mich, ob Amerikaner das nicht realisieren, dass Autos keine langfristige Lösung sind. Schon bald wird Sprit so teuer sein, dass sich das niemand mehr leisten kann und dann gibt es hier ein riesiges Problem. Ein sicheres (oder überhaupt existierendes) Bus- oder Bahnnetz gibt es nicht und Laufen kommt auch nicht wirklich in Frage. Na zum Glück gibt es ja noch Fernseher zur Unterhaltung, wenn keiner mehr das Haus verlassen kann.
Was noch total anders ist, ist das Schulsystem. Die weiterführende Schule nach der Grundschule ist die „Junior High“ (5.-8. Klasse) und darauf folgt „Senior High“ (9.-12.). Man hat aber nicht nur Kurse mit Leuten aus der eigenen Stufe sondern mit der ganzen Schule. Das finde ich eigentlich ziemlich gut, da man so viel mehr Leute kennen lernt.
Ich kann heute nicht so viel schreiben, da neue Visums-Probleme aufgekommen sind und die gehen leider vor.
Bis bald!

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